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Jahresmittelstandsbericht 2010 der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand
Aus der Krise lernen: Soziale Marktwirtschaft stärken.
(Berlin, 20. Mai 2010) Umsatzrückgang - aber stabile Beschäftigungslage: Diese
Merkmale kennzeichnen die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelstandes im
vergangenen Jahr. Die Umsätze gingen um 4,9 Prozent zurück. Die Beschäftigung
blieb mit minus 0,3 Prozent weitgehend stabil. 2010 wird sich das nach wie vor hohe
Beschäftigungsniveau nur halten lassen, wenn auch die bisher erst angekündigten
Maßnahmen zur Binnenmarktstabilisierung beschlossen werden und wirken können,
heißt es im Jahresmittelstandsbericht 2010 der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, der
heute in Berlin vorgestellt wurde.
Zahlen und Einschätzungen basieren auf den Konjunkturumfragen der in der AG
Mittelstand zusammengeschlossenen Verbände aus Handel, Industrie, Handwerk
und Gastgewerbe sowie auf Prognosen der kreditwirtschaftlichen Verbände. Schon
mit dem Titel "Aus der Krise lernen: Soziale Marktwirtschaft stärken" machen die
neun führenden Mittelstandsverbände deutlich, dass die Finanz- und
Wirtschaftskrise, sowie die aktuelle Euro-Krise nicht auf ein Versagen des Marktes,
sondern auf fehlende Regeln und politische Fehler zurückzuführen und hieraus die
richtigen Konsequenzen zu ziehen sind.
"Der Mittelstand ist das Fundament und der Erfolgsfaktor der Sozialen
Marktwirtschaft in Deutschland. Dank der Sozialen Marktwirtschaft können
mittelständische Unternehmer ihren Beitrag für den Wohlstand unseres
Gemeinwesens leisten", unterstrichen Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes
des Deutschen Handwerks (ZDH) und Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen
Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).
Haasis machte deutlich, dass für die Unternehmen neben dem Zugang zu
Fremdkapital besonders eine solide Ausstattung mit Eigenkapital die unverzichtbare
Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg sei. "Hier leisten Sparkassen
und Genossenschaftsbanken mit ihren Beteiligungsgesellschaften einen wichtigen
Beitrag zur eigenkapitalnahen Finanzierung des Mittelstandes."
Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand macht in ihrem Bericht deutlich, dass die
unaufschiebbare Konsolidierung des Staatshaushalts gleichgewichtig und in
sachgerechter Schrittfolge mit einer strukturellen und nachhaltigen Steuerentlastung
verbunden werden muss. Angesichts der Haushaltslage muss die Politik klare
Prioritäten für den Einsatz der geringer werdenden Mittel setzen. Kentzler: "Wir
müssen da investieren - und nur noch da -, wo es eine zusätzliche Rendite bringt. In
Form von besserer Bildung, mehr Arbeitsplätzen, steigenden Steuereinnahmen, oder
auch mehr Klimaschutz."
Kernaussagen des Jahresmittelstandsberichtes 2010 der AG Mittelstand
- Finanzmarktkrise und globale Rezession haben tiefe Spuren auch im deutschen
Mittelstand hinterlassen. Die Talsohle konnte zur Jahresmitte 2009 durchschritten
werden, wozu auch umfängliche staatliche Stabilisierungsmaßnahmen beigetragen
haben. Der weitere wirtschaftliche Erholungsprozess bleibt gleichwohl langwierig
und schwierig.
- Zwar stieg die Arbeitslosigkeit bei weitem nicht so stark an, wie zunächst befürchtet
worden war. Aber auch in diesem Jahr wächst die Arbeitslosigkeit trotz beginnender
gesamtwirtschaftlicher Erholung weiter.
- Die Binnenkonjunktur, von der im vergangenen Jahr ein wesentlicher
Stabilisierungsimpuls ausging, wird im laufenden Jahr - wenn überhaupt - kaum
einen nennenswerten Wachstumsbeitrag leisten können.
- Besonderes Augenmerk muss weiterhin auf die Gewährleistung eines hinreichenden
Finanzierungsangebots für Unternehmen sowohl im Betriebsmittel- als auch im
Investitionsbereich gelegt werden. Zugleich steht die Stärkung der im Krisenverlauf
deutlich abgeschmolzenen Eigenkapitalbasis der Unternehmen auf der Agenda.
- Zur nachhaltigen Stabilisierung und Stärkung der gesamtwirtschaftlichen
Erholungskräfte müssen die ordnungspolitischen Fundamente der Sozialen
Marktwirtschaft gesichert und teilweise auch wieder verstärkt werden. Ein
wesentlicher Punkt hierbei ist, dass der für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand
unerlässlichen unternehmerischen Initiative und Kreativität die notwendigen
Gestaltungsspielräume gegeben werden. Dieser Grundsatz muss ungeachtet aller
Modifizierungsnotwendigkeiten auch für die Neuordnung der internationalen
Finanzmärkte gelten.
- Die zentrale wirtschafts- und finanzpolitische Herausforderung besteht darin, die
unaufschiebbare Konsolidierung der öffentlichen Haushalte mit einer strukturellen
und nachhaltigen Steuerentlastung zu verbinden. Dies kann nur bei substantieller
Rückführung staatlicher Ausgaben gelingen./
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- Gleichzeitig sind in den Sozialversicherungen sowohl auf der Leistungs- als auch der
Finanzierungsseite weitere Strukturreformen zur Stärkung der Eigenverantwortung
notwendig. In der Kranken- und in der Pflegeversicherung muss die
Risikoabsicherung vom Arbeitsverhältnis gelöst werden
- Ineffiziente arbeitsmarktpolitische Programme sind rasch zurückzuführen und
müssen letztlich auslaufen. Die Arbeitsagenturen benötigen größere
Entscheidungsautonomie für individuell passgenaue Ansatzpunkte zur Integration
Arbeitsloser in den ersten, tatsächlichen Arbeitsmarkt.
- Die noch von der früheren Bundesregierung begonnene anspruchsvolle Initiative
zum Bürokratieabbau muss verstärkt fortgeführt werden. Hierin sind auch
arbeitsrechtliche Flexibilisierungen sowie eine substanzielle Vereinfachung des
Besteuerungsverfahrens mit einzubeziehen.
Ansprechpartner bei den Verbänden:
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)
André Schwarz
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/5 90 09 95 21
Internet: www.bga.de
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal
Schellingstraße 4
10785 Berlin
Tel.: 030/20 21 13 20
Internet: www.bvr.de
Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband)
Stefanie Heckel
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/72 62 52 32
Internet: www.dehoga.de
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 030/20 30 81 602
Internet: www.dihk.de
Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV)
Monika Windbergs
Pariser Platz 3
10117 Berlin
Tel.: 030/85 62 14 43
Internet: www.raiffeisen.de
Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)
Stefan Marotzke
Charlottenstraße 47
10117 Berlin
Tel.: 030/20 22 51 15
Internet: www.dsgv.de
Handelsverband Deutschland - Der Einzelhandel (HDE)
Kai Falk
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/72 62 50 60
Internet: www.hde.de
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Alexander Legowski
Mohrenstraße 20/21
10117 Berlin
Tel.: 030/2 06 19 370
Internet: www.zdh.de
Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen e. V. (ZGV)
Julia Saalmann
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/59 00 99 661
Internet: www.zgv-online.de
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